Wege raus aus dem Dunkel
Stiller Hass
Stiller Hass

Stiller Hass

Hass brodelt und fließt wütend durch meine Adern,
Hass auf mich selbst und keinen and’ren.
Ekel bahnt sich schleimig den Weg,
Selbstekel, der sich um mich legt.
Warum nur? Schreit es in meinem Kopf laut,
Anspannung, die sich stetig aufbaut.
Selbstverletzungsdrang, kaum auszuhalten,
Selbsthass, Ekel – will endlich abschalten!!
Wie kann ich nur so scheiße sein?!
Dröhnt es im Kopf, redet’s auf mich ein.
Was bist du nur für ‘ne schlimme Person,
schämst du dich nicht, na los, sag‘s schon!
Will fliehen, doch bin gefangen in mir.
Bin überall, nur eben nicht hier.
Weiß nicht, ob es real ist oder ein Traum,
Zeit vergeht – ich merke es kaum.
Gefangen im Vorwurf, Abwertung, Hass,
Gefühle wegdrängen, bis es überläuft, das Fass.
Schotten ganz oben, automatisiert beschützt,
spüre nichts – für die Minute nützt’s.
Leere, Taubheit, Gleichgültigkeit –
mir ist alles egal, doch bin ich gereizt.
Tief in mir brodelt’s, manchmal kann ich’s spüren,
dann habe ich Angst, die Kontrolle zu verlieren.
Mein Herz ist ständig nur am Rennen,
Kopf voll Nebel, kaum was zu erkennen.
Auch wenn ich weiß, die Emotionen müssen raus –
allein die Vorstellung, was für ein Graus.
Fühle mich fremd, wer bin ich, was ist mein Leben?
Bin nicht ich, gucke zu, stehe daneben.
Angst vor Konsequenzen, vor dem was kommen kann.
Angst, deswegen ignoriere ich’s, fange nicht an,
obwohl ich weiß, so wird’s nicht besser,
so komme ich nie in ruhigere Gewässer.
Doch der Selbsthass und Ekel brennen zu sehr,
ich sehe nichts mehr, ich kann nicht mehr.

Anmerkung:
Text: Juli 2022, LVR Klinik.
Foto: Gemälde „Universum“, Acryl auf Leinwand, 60×90, @Kristine.

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