Wege raus aus dem Dunkel
Hoffnungslosigkeit
Hoffnungslosigkeit

Hoffnungslosigkeit

Es ist dunkel um mich herum,
kaum Licht kann zu mir dringen.
Ganz verzweifelt schau‘ ich mich um,
was soll mir leben bringen?

Ich stecke fest, ich kann nicht mehr,
hab‘ kaum mehr Kraft zum Kämpfen.
Die Seele schmerzt mir doch so sehr,
versuch‘ den Schmerz zu dämpfen.

Ob Drogen, Sex, ob Alkohol,
was kann den Schmerz nur lindern?
Hungern – wäre das nicht toll?
Das kann ihn sicher mindern.

Und ja, es funktioniert ganz gut,
nur leider nicht auf Dauer.
Am Anfang macht es mir noch Mut –
Gefahr liegt auf der Lauer.

Mein Körper fühlt sich müde an,
ganz leer und ausgezehrt,
weiß nicht mehr, was ich noch tun kann,
schrei‘ still: „ICH KANN NICHT MEHR!!“

Hab‘ keine Lust mehr auf das Leben,
denn was soll das auch bringen?
Kämpfen, kämpfen, nie aufgeben –
scheint doch nicht zu gelingen.

„Lust auf Leben“ – heißt es immer,
„die brauchst du, die ist wichtig,
ansonsten wird es immer schlimmer,
nur Leben, das ist richtig.“

Ach ja, denk ich, wie schön für dich,
dass du das alles weißt.
Dann int’ressiert dich sicherlich,
dass ich darauf nur scheiß.

Denn „Leben“, das verbinde ich,
so traurig das auch sein mag,
mit Arbeit, Kampf und sicherlich,
’ner Last, die ich schwer trag‘.

Hab‘ das Gefühl, ich bin zu müd‘,
um für mich einzustehen.
Der Funke scheint schon fast verglüht,
ich kann die Glut kaum sehen.

Doch Hungern scheint ’ne gute Lösung,
um leise abzuhauen,
rutsch langsam tief in die Versenkung,
kann mir selbst nicht trauen.

Denn rational – das ist mir klar –
ist das ein schlechter Weg.
Denn ein paar Menschen sind noch da,
deren Herzen ich beweg‘.

Auszuscheiden aus dieser Welt,
ist deshalb gar nicht möglich,
trotz des Gefühls, dass mich nichts mehr hält,
gibt es die Sperre – innerlich.

Doch das macht es für mich so schwer
-diese beiden Seiten-
fühl‘ mich oft innerlich so leer,
will nicht, dass andere leiden.

Und ab und an, da denk ich dann:
„Das kann doch wohl nicht wahr sein?!
Was fang ich mit dem Leben an,
wie komm‘ ich da bloß rein?“

Das Problem – das wird oft deutlich –
Glück, Freude und Zufriedenheit?
Hab‘ gar kein Vertrauen in mich,
dass ich dahin komm, mit der Zeit.

Denn was ich kenn‘: Vergangenheit
und die war oft sehr einsam,
hielt sehr viel Schmerz für mich bereit,
Kampf, Traurigkeit und Scham.

Doch dafür lohnt sich’s nicht zu leben,
was fehlt sind Glück und Leichtigkeit.
Doch kann ich mir das selbst je geben?
Kaum vorstellbar in dieser Zeit.

Ich brauch Geduld, muss tief durchatmen,
mich bloß nicht unter Druck setzen.
Mich akzeptieren und still abwarten,
darf mich nicht zu sehr hetzen.

Und dann vielleicht, eventuell –
soviel kann ich nur hoffen –
wird’s langsam endlich wieder hell,
werd‘ für die Zukunft offen.

Bis dahin heißt es: nicht verzagen!
Sonst bleibt alles beim Alten.
Mich nicht mit Vorwürfen zu plagen,
versuchen, durchzuhalten.

Anmerkung:
Text: Klinik am Korso, Bad Oeynhausen, August 2019.
Foto: Skandinavien, 2020©Holger.

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