Wege raus aus dem Dunkel
Was nun?
Was nun?

Was nun?

Draußen prasselt der Regen,
ich sitze hier drin‘
und frag‘ mich:
macht mein Leben überhaupt noch Sinn?
Ich weiß weder vor, noch zurück,
seh‘ nichts Positives, kein Licht, kein Glück.
Nur das Grau, dickflüssig und zäh,
das sich um mich legt,
dafür sorgt, dass ich nichts mehr seh‘.
Und nichts mehr spüre oder höre,
nur noch mich selbst immer mehr verliere.
In mir wabert Wut, ganz feurig und laut,
doch bleibt sie in mir, sie kommt nicht raus.
Sie lähmt mich, ich kann mich nicht bewegen,
kann mein Leben nicht weiterleben.
Liege hier, fühle mich gefangen,
eingesperrt, eingeschränkt und irgendwie übergangen.
Weiß nicht, wohin, fühl‘ mich eingeengt,
durch das Grau, das ständig über mir hängt.
Und von all den Erwartungen, Hoffnungen, Anforderungen,
die hinter jeder Ecke warten, überall lungern.
Sobald ich mich traue, mich zu bewegen,
einen Schritt wage, zurück in mein Leben.
Das macht mir Angst, erfüllt mich mit Panik,
sorgt dafür, dass ich mich zurück zieh, einfach weg.

Frag‘ mich, wo soll die Kraft herkommen?
Aufzustehen, ins Leben zu treten, ganz unvoreingenommen?
Wie soll ich meinen Weg weitergehen,
wie soll ich es schaffen, mir freundlich zu begegnen?
Denn in mir drin sind die Stimmen laut,
fordern und schreien, was mir jeden Nerv raubt.
Sie wollen, dass ich mich mehr anstrenge,
weniger oft in den Seilen hänge,
mehr mache und tue – auch ohne Kraft.
Anderen haben es doch auch schon geschafft?!
Mir erklären, dass ich selbst Schuld daran bin,
nicht stark genug und ohne Lebenssinn.
Nicht genug am Kämpfen und Ausprobieren,
nicht fähig, meinen Tag zu strukturieren.
Zu schwach, um gegen Antriebslosigkeit zu kämpfen,
zu faul, zu feige – ich will sie nur noch dämpfen.
Will, dass sie endlich Ruhe geben,
sehen sie nicht, dass sie es zerstören, mein Leben?!
Ich kann mir nicht jeden Tag anhören,
dass es schöner wär‘, endlich das Messer zu spüren,
oder am besten gleich aufzugeben.
Es wegzuwerfen – mein beschissenes Leben.
Da ich es ja offensichtlich eh nicht kann –
immer stärker wird dadurch der Drang –
und immer anstrengender mich dagegen zu wehren,
will meinen Kopf am Liebsten ausleeren
und alle Stimmen zum Schweigen bringen,
um mich endlich zu widmen, den schönen Dingen.

Anmerkung:
Text: März 2021.
Foto: Lübeck, März 2021©Kristine.

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