Wege raus aus dem Dunkel
Der Weg
Der Weg

Der Weg

Oft frag‘ ich mich, wer ich wohl bin,
ich muss mich erst noch finden.
Grad macht mein Leben wenig Sinn,
gern würd‘ ich hier verschwinden.

Fort von hier, von meinem Leben,
Fort, von allem, was mich quält.
Fort, ich kann ja eh nichts geben,
kaum was, was mich wirklich hält.

Will mich verstecken – irgendwo –
nur damit mich keiner sieht;
ganz klein und dünn – oder so –
sodass es niemand mitkriegt.

Doch dieser Weg ist wenig gut
-zumindest nicht auf Dauer –
zurück ins Leben führt nur Mut
Geduld, Stärke und „willpower“.

Es ist nicht leicht, nein wahrlich nicht,
Gefühle rauf und runter.
Doch lohnt es sich auf lange Sicht,
bald bin ich wieder munter.

Das Ziel ist fern, so viel zu tun
und dabei noch mich finden.
Habe gelernt, in mir zu ruh’n,
langsam den Berg rauf zu winden.

Mein Ziel heißt Leben, das Herz ist offen,
Genuss – frei von den Symptomen.
Darauf will ich nun stetig hoffen,
jeden kleinen Schritt belohnen.

Drum heißt es: Immer weiter geh’n!
Das Ziel niemals verlieren.
Beim Rückfall mutig gleich aufsteh’n.
Leben! Mich wieder spüren.

Die Reise zeigt mir, wer ich bin,
viel Neues offenbart sich.
Mein Leben macht nun langsam Sinn,
es kommt raus – mein wahres Ich.

Ich werd‘ kämpfen mit aller Kraft
mein Ziel werd ich erreichen.
Will sie zurück – meine Macht.
Die Essstöung muss weichen.

Sie lehrte mich, mich selbst zu hassen.
Jetzt will – NEIN – brauch‘ ich sie nicht mehr.
Zwar macht’s mir Angst sie loszuslassen,
doch bietet’s Leben so viel mehr.

Viel mehr, was sie mir nie könnt‘ geben –
Glück, Freiheit, Macht und Akzeptanz.
Möcht‘ lernen was es heißt zu leben.
Höhen, Tiefen – voll und ganz.

D’rum sag‘ ich nun: Leb‘ wohl! Zu dir,
mein treuer Weggefährte.
„Du bist nicht mehr willkommen hier!“,
sag‘ ich mit aller Härte.

Du bist von mir kein Teil mehr.
Hab’s Steuer übernommen.
Nach viel Zwiespalt – hin und her,
brauchst du nie wieder kommen.

Ich weiß, was du gegeben hast –
will mich jetzt selbst versorgen.
Du bist ausschließlich eine Last.
Fühl‘ mich nicht mehr geborgen.

Sie ist zu Ende, deine Zeit –
es fällt mir gar nicht leicht.
Vertrau‘ auf mich, fühl‘ mich bereit,
hab‘ schon bisschen was erreicht.

Den Rest werd‘ ich nun auch noch schaffen,
das sag‘ ich voller Zuversicht.
Werd‘ mich stets wieder neu aufraffen,
auch wenn’s mal extrem schwer ist.

Doch Schritt für Schritt komm‘ ich ans Ziel,
ich werde nicht verzagen,
auch wenn’s mir manchmal wird zu viel,
will JA! Zum Leben sagen.

Anmerkung:
Text: Klinik am Korso, Bad Oeynhausen, Herbst 2019.
Foto: Lofoten, 2020©Holger (im Beitrag) und Aquarellbild, Herdecke 2020 gemalt und fotografiert©Kristine.

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