Wege raus aus dem Dunkel
NEIN! Oder vielleicht doch…?
NEIN! Oder vielleicht doch…?

NEIN! Oder vielleicht doch…?

Ich denke: „NEIN!“ und tue es trotzdem.
Ich denke: „Lass mich!“, doch sage nichts.
Ich denke: „Geh‘ bitte“, doch bringe keinen Ton raus.
Ich denke: „Hau ab!“, doch bleibe still.

Fühle mich fast wie erstarrt,
liege hier ganz still,
traue mich nicht was zu sagen,
mich zu bewegen, auch wenn ich es will.

Traue mich nicht, denn was passiert dann?
Kann ich das edenn infach machen?
Was fang‘ ich dann alleine an?
Im Kopf schwirren herum so viele Sachen.

Doch dann denk‘ ich, so schlimm ist’s nicht.
Das geht ja schnell vorbei
und vielleicht wird es ja gut, denk ich.
Bin psychisch nicht dabei.

Ich merke, dass ich gar nicht weiß,
was genau ich will.
Ich bin doch Schuld – was soll der scheiß,
drum bleib ich einfach still.

Denn wollt‘ ich es nicht ganz genau
so und nicht anders haben?
In mir drin, ist alles grau,
da sind so viele Fragen.

Wieso fühl‘ ich mich so schlecht,
wollt‘ ich es denn nicht auch?
Ist dieser Ekel wirklich echt?
Irrtum nimmt so seinen Lauf.

Wenn ich zu mir ganz ehrlich bin,
so kenn‘ ich doch den Grund,
ich nehme es immer wieder hin,
doch weiß, es ist sehr ungesund.

Wollte mich gut fühlen,
hübsch, attraktiv,
mich selbst wieder spüren,
doch das lief schief,

Wollte meinen Selbstwert steigern,
– das war nicht konstruktiv –
das ganze durch andauerndes Feiern,
ist nicht so effektiv.

Anstatt mich frei, begehrt zu fühlen,
fühl‘ ich mich jetzt gefangen.
So denk‘ ich, ich versuch’s zu genießen,
es hilft ja auch kein bangen.

Ich kann mich einfach nicht ausdrücken,
und beschützen deshalb auch nicht.
„Na, hast du ganz toll hinbekommen!“,
beschimpfe ich im Stillen mich.

Und auch wenn ich es vielleicht wollt‘,
lieg‘ ich jetzt hier und ekel mich,
vor mir , vor dir, vor meinem Innern.
Wieso beschütze ich mich nicht?

Auch wenn ich weiß, es ist nicht gut,
so wird’s erneut passieren.
Es ist beinahe wie ’ne Sucht:
Man will’s nochmal probieren.

Und irgendwann geht es mir schlecht
und ich geh‘ wieder trinken,
als Single hab‘ ich doch jedes Recht,
wen für den Abend zu finden.

Doch mittlerweile sehe ich,
wenn ich mich spüren will,
muss ich lerne Nein zu sagen,
nicht nur im Kopf, ganz still.

Ich will mich endlich selbst beschützen,
bei dir würd‘ ich es auch tun.
Will mich endlich selbst unterstützen.
Der Rest soll endlich ruh’n.

Anmerkung:
Text: Februar 2021.
Foto: Hamburg, 2018©H.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.