Wege raus aus dem Dunkel
Hilflos? Los, hilf!
Hilflos? Los, hilf!

Hilflos? Los, hilf!

Ich sitz‘ zu Haus, bin ganz allein,
denn es ist keiner da.
Ich will zu dir, will allein sein,
Was ich will, ist mir nicht klar.

Hab‘ einerseits gern meine Ruh‘,
viel Zeit für mich zu Haus.
Doch wenn ich nicht weiß, was ich tu‘,
wird das allein sein schnell zum Graus.

Und leider weiß ich nicht wie’s geht,
um Hilfe zu bitten im Notfall.
Sitze hilflos zu Haus, fühl‘ mich gelähmt,
warte auf den großen Knall.

Mit dem muss ich dann selbst klar kommen,
denn du rufst auch nicht an.
Sitzt zu Haus, fühlst dich benommen,
hilflos starrst du das Telefon an.

Denn was genau sollst du schon sagen,
du willst ja nichts verschlimmern.
Und darfst du sie stellen, deine Fragen?
Siehst Tränen in den Augen schimmern.

Denn ich verhalt mich ab und zu
recht irrational, schwer zu verstehen.
Will kaum Kontakt, nur meine Ruh‘,
will dich dann doch mal wieder sehen.

Du fühlst dich außerdem auch hilflos,
denn kennst du dich damit nicht aus.
Bist unsicher, die Angst ist groß,
Fehler vermeiden – du hälst dich raus .

So kommt es schnell zum Missverständnis,
da niemand den anderen versteht.
Doch anstatt es zu lösen, das Hindernis,
bleibt es einfach mal so steh’n.

Der erste Schritt ist immer schwer
– kämpf ich auch oft mit mir –
schaff‘ ich es nicht, komm nicht hinterher,
kann mich nicht melden bei dir.

Zwar ist nicht alles immer toll
– Plattitüden und Ratschläge helfen nie!
Einfach da sein, gern auch still,
das reicht und ist sehr wertvoll.

Doch wie löst man Verletztheit auf,
die nun auf beiden Seiten ruht,
der Puls geht viel zu schnell hinauf,
egal, was der andere tut.

Vielleicht hilft Abwarten, Geduld,
Zeit muss vergehen, damit Gras wachsen kann,
mit sich ins Reine kommen, vergeben die Schuld,
dann fangen wir noch mal von vorne an.

Denn irgendwann, da bin ich sicher,
wird es mir deutlich besser gehen,
dann wird die Kommunikation auch leichter,
die Hilflosigkeit wird sich dann legen.

Doch ganz zum Schluss will ich noch sagen:
Ein solltest du noch wissen.
Grundsätzlich gibt’s sie nicht, die „falschen“ Fragen,
nur nichts tun ist beschisssen.

Drum traue dich, wenn du wen triffst,
der einsam ist und mit sich kämpft,
frag‘ nach, was gut tut, was ihm hilft,
Ob du was tun kannst, was den Schmerz dämpft.

Das kostet Zeit und Überwindung,
und vielleicht sagt der andere dir nichts,
doch merkt er, es ist wer da, es gibt einen Grund,
vielleicht hilft’s, dass er nicht zerbricht.

Und du hast etwas Gutes getan,
dir geht’s dadurch auch besser.
Der Erfolg bricht sich seine Bahn,
das Leben fließt in ruhigere Gewässer.

Um sagen zu können: Das war echt gut,
ist es Zeit, was Neues zu beginnen.
Drum traue dich und habe Mut,
denn du kannst nur gewinnen!


Anmerkung:
Text: Januar 2021. An alle, die sich hilflos fühlen.
Foto: Schweden, 2020©Kristine.

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