Wege raus aus dem Dunkel
Tattoo – Warum, weshalb und was bedeutet es?
Tattoo – Warum, weshalb und was bedeutet es?

Tattoo – Warum, weshalb und was bedeutet es?

Ich+Tattoo

Einige haben irritiert darauf regaiert, dass ich mir ein Tattoo hab stechen lassen – vor allem ein „so großes“. Wobei ich es nicht als so groß empfinde, aber das ist ja immer Ansichtssache.

Die Idee

Wie bin ich darauf gekommen? Menschen mit Tattoos fand ich schon immer attraktiv. Es hat mir irgendwie gefallen. Aber selbst eins haben? Nee, gerade nicht. Ich habe weder eine Idee, noch eine Stelle, an der ich mir ein Tattoo vorstellen kann. Habe ich immer gesagt.

Impulsivität? Naja, vielleicht in der Entscheidung

Und dann, eines Tages in der Klinik, saß ich da und dachte: Ich möchte ein Tattoo. Und damit war die Sache entschieden. Die Frage war nur noch: Was für eins? Die Stelle war nämlich auch sofort klar: Handgelenk. Warum? Als eine Art Selbstschutz: Die Pulsadern sollten überdeckt sein. Denn Suizidgedanken wurden immer schlimmer und mein Vertrauen in mich selbst sank. Der Gedanke dahinter: Wenn ich dort ein Tattoo habe, müsste ich es zerstören, um an die Pulsadern dort ran zu kommen. Das hält mich vielleicht von einer Dummheit ab. Klar, bislang ist es nur die eine Seite, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Mir muss nur noch ein passendes Tattoo einfallen.

Welches Motiv?

Na gut, Entscheidung getroffen und Stelle war klar. Jetzt das Motiv. Was könnte ich da machen? Ein wenig online gucken, Ideen sammeln und feststellen: Das passt alles nicht richtig zu mir. Das möchte ich alles nicht. Aber ein paar Inspirationen kamen dabei schon herum und so erwuchs in mir eine Vorstellung des perfekten Tattoos. Da ich selbst nun überhaupt nicht zeichnen kann, habe ich eine sehr sehr grobe Skizze an meine Cousine geschickt und sie gebeten, das doch einmal in „schön“ für mich zu zeichnen, was sie direkt getan hat. Dieses Bild habe ich dann der Tätowiererin gegeben und sie hat eine wunderbare Skizze erstellt.

Der Termin

Und ein paar Wochen später ging es dann los: 3 Stunden hat es ungefähr gedauert. Ich war weder aufgeregt noch nervös – vielmehr hat es sich irgendwie total natürlich angefühlt. Geschmerzt hat es auch kaum und die Tätowiererin hat das Tattoo total schön gestochen! Ich bin sogar fast eingeschlafen, weil ich einfach so unglaublich müde an dem Tag war. Aber nachdem mein rechter Arm gezuckt hat, habe ihc mich bemüht wach zu bleiben – denn ein verziehen der Linien, weil ich zucke, muss nun wirklich nicht sein. Zunächst hat sie es nur in schwarz weiß gestochen. Aber das hat mir nicht soooo gut gefallen, bzw. war für mich einfach nicht vollständig. Ich wollte gerne Farbe in dem Tattoo haben, also wurden die Chakren farbig. Die beste Entscheidung! Ich bin absolut happy damit.

Was bedeutet dieses Tattoo?

Tattoo Arm

Eigentlich ist es recht einfach: Die Wurzeln symbolisieren Stabilität. Sie zeigen in Richtung Finger – Finger als deren Verlängerung. Die Nähe zum Boden, zur Erde. Zur äußeren und inneren Stabilität. Die Äste und Blätter oben stehen für Wachstum. Für Zukunft. Für neues Leben. Für neue Anfänge. Sie zeigen in Richtung des Herzens. Als Symbol für Kraft und Intuition, Wachstum, Offenheit, Neues. Die Frau, die die Hände in einer Namaste Pose vor dem Herzen hält, symbolisiert für mich Ruhe und Kraft. Außerdem Selbstfürsorge und Dankbarkeit. Die 7 Punkte sind Chakren, also Energiezentren im Körper.

Die sieben Farben stehen für:

  • rot: Wurzel-Chakra: Stabilität und Sicherheit
  • orange: Sakral-Chakra: Lebensfreude, Emotionen, Sexualität
  • gelb: Sakral-Chakra: Willenskraft, Selbstwirksamkeit
  • grün: Herz-Chakra: Liebe, Verbindung, Nähe
  • hellblau: Hals-Chakra: u.a. Kommunikation, Klarheit, Kreativitä
  • indigo: Stirn-Chakra, drittes Auge: u.a. Sehen, Spiritualität, Intuition
  • lila: Kronen-Chakra: u.a. Heimkommen, Erleuchtung

Diese können jeweils offen aktiv sein, oder aber auch überschießend oder verschlossen. Je nach dem reagieren Menschen unterschiedlich. Es gibt verschiedene Methoden der Chakrenarbeit – wobei ich mich auf Meditation und Yoga beschränkt habe und dies, mal mehr mal weniger, in meinen Alltag integriere.

Und was, wenn du es in ein paar Jahren bereust?

Die Frage kommt natürlich immer, aber wenn ich ehrlich bin, ist es mir egal. Natürlich kann es sein, dass ich mich so sehr verändere, dass es nicht mehr zu mir passt. Aber jetzt in diesem Moment passt es perfekt. Und ich habe nun oft genug gelernt, dass ich im Hier und Jetzt leben soll. Nicht in der Vergangenheit, nicht in der Zukunft. Und genau das versuche ich jetzt. Was möchte ich jetzt in diesem Moment? Ist es möglich? Irgendwelche langfristigen Schäden? Nein? Los geht’s. Wer weiß wie lange das Leben ist. Und ich habe keine Lust mehr Dinge zu bereuen, die ich nicht gemacht habe, weil man „es eben nicht macht“. Wer ist eigentlich dieser „man“?! Kann mir das mal einer erzählen? Ich will es so, also mache ich es so. Ich schade damit keinem. Es ist meine Haut. Und da ich die mit schädlicher Selbstverletzung ohnehin schon beschädigt habe, finde ich ein Tattoo deutlich sinnvoller.

Fazit:

Mein neues Tattoo war in diesem Moment eine sehr gute und richtige Entscheidung für mich. Es steht für Wachstum, für Erdung, für Neues, für Selbstfürsorge. Mal sehen, wo mich diese Impulse hinführen werden.

Anmerkungen:
Text: 25.10.2021, Köln.
Foto: Oktober 2021©Kristine.

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