Wege raus aus dem Dunkel
Nach der Klinik – Welcome to my crazy life
Nach der Klinik – Welcome to my crazy life

Nach der Klinik – Welcome to my crazy life

Leute, Leute… Da sag doch noch mal einer, die Klinik sei anstrengend. Was ist bitte mit danach? Ja klar, du wirst in der Klinik dazu gebracht, schon mal deine Woche zu strukturieren, sämtliche Termine wie Psychiater und Therapeut etc fix zu machen und dir zu überlegen, was du so machst an den Tagen. Wozu das, könnte man sich fragen? Naja, ich weiß es jetzt: Herzlich willkommen in meinem Chaos!

YES, Klinik geschafft, herzlich Willkommen Euphorie

Freitag war der letzte Tag und ich super froh, dass es vorbei ist. Jetzt gerade sitze ich hier und wünsche mich zurück. Einfach nur, weil ich nicht überlegen muss, wie ich meinen Tag angehe. Was ich tue. Wie ich mich davon abhalte mich ins Bett zu legen und einfach nur die Decke oder Netflix anzstarren. Nicht in dem Chaos meiner Emotionen zu versinken. Ich glaube, ich habe die letzten Tage so viel geskillt wie kaum je zuvor. Darüber mus sich regelmäßig lachen, denn seien wir ehrlich: Wer hätte das gedacht? Ich natürlich mal wieder nicht. Ja, nach der Klinik am Korso war das zurück kommen auch problematisch, aber irgendwie anders. Da hatte ich dann mit dem Essen eine Struktur und konnte mich da irgendwie rein arbeiten. Jetzt ist das anders und ich versuche, mich zu sortieren. Das bekomme ich auch hin, ich muss mich nur mal dran setzen und davor scheue ich mich momentan noch. Aber das ist ok, am Freitag geht es erst einmal in den Urlaub und bis dahin habe ich ohnehin noch einiges zu erledigen.

Hausparty in mir drin

Aber dennoch habe ich das Gefühl, dass sich jetzt alle Emotionen so denken: PARTYYYYYYYYYYYYY!! Wir sind nicht mehr eingesperrt, wir können ALLE AUF EINMAL da sein. Na herzlichen Dank dafür. Ist das ein Test oder was? Ein Test, was ich alles so aus der Klinik mitgenommen habe? HABT IHR NOCH ALLE TASSEN IM SCHRANK!?! Ach nee, warte, deswegen waren wir ja in der Klinik. „Wir“ = Ich und meine gefühlt tausend Anteile. Wie verrückt das klingt. Aber was soll’s – hat ja angeblich jeder Mensch. Nur vielleicht nicht so viel Rebellion und Ausflippen der Anteile. Einen deutlich mehr ausbalancierten und steuernden Anteil, der alles kontrolliert, damit es eben nicht so wild durcheinander rast.

Waschmaschine im Schleudergang

Bildlich gesprochen fühle ich mich, als würde mein Inneres in einer Waschmaschine stecken und ordentlich gedreht werden. Nicht nur, dass sich mein Magen so verknotet wie ein Bettlaken anfühlt, nein, mir ist auch schwindelig, teilweise übel. Teilweise ist mein Gehirn komplett vernebelt, dann wieder frei. Ein sehr anstrengendes Gefühl. Und dabei schlägt mein Herz, als gäbe es keinen Morgen: Es rast nur s vor sich hin. Anspannung, Angst, Verzweiflung, Freude, Glück, Verunsicherung, Verwirrung, Traurigkeit – heute ist Tag der offenen Tür der Gefühle. Mal sehen, wer noch so vorbei kommt.

Heutige Erfolge

Aber genug davon. Ich habe schon den ersten Termin erledigt (Psychiater und Widerspruchsbegründung fertig, CHECK!!) und räume jetzt endlich mal ein wenig auf, das schadet wirklich absolut nicht. Mal gucken, wie weit ich komme – lasse mich circa alle 3 Minuten von etwas wirklich wichtigem, wie z.B. Tomaten hoch werfen und mit dem Mund auffangen ablenken. Was ein Tag, was ein Chaos. Vielleicht war es doch vorher einfacher, als ich das alles nicht so spüren konnte. Da wird man doch irre bei. Aber irgendwie muss ich jetzt lernen, damit zu leben. Go for it! Die 14 Wochen waren ja nur ein kleiner Start – jetzt heißt es natürlich weiter üben üben üben. Wiederholen und wieder üben.

Das ganze noch mal komprimiert im Video

Zum Schluss noch ein kleines Video – viel Spaß damit und danke, dass ihr so fleißig meinen Tagesklinikaufenthalt mit verfolgt habt. Und falls nicht: Könnt ihr immer noch retroperspektivisch tun.

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