Wege raus aus dem Dunkel
Gefangen
Gefangen

Gefangen

Du reichst mir die Hand,
ich will sie nehmen,
doch irgendwie schaff‘ ich es nicht.

Du sitzt bei mir,
nimmst mich in den Arm,
doch fallen lassen, kann ich mich nicht.

Du liegst bei mir
und hältst mich fest,
doch loslassen, kann ich nicht.

Steif liege ich bei dir,
so nah und doch fern,
denn zu dir, komme ich nicht.

Dabei möchte ich doch ganz anders sein,
und so gerne nah bei dir.
Doch bin gefangen, fühl‘ mich ganz allein,
bin gefangen in der Angst und in mir.

Ich bin gefangen in Unsicherheit,
fühl‘ mich erschöpft und müde,
möchte weg und hier sein zugleich,
merk‘, dass ich Trauer spüre.

Denn wo ich sein will, ist bei dir,
dir einfach nur ganz nah,
wäre so gern endlich am Ziel,
bitte, bleib‘ noch ’ne Weile da.

Halt mich einfach fest – ganz doll,
irgendwann wird’s leichter sein.
„Du bist und bleibst stets wundervoll!“,
denke ich, und schlaf‘ endlich ein.

Anmerkung:
Text: Februar 2021 – Der Wunsch, jemandem ganz nah zu sein und die Unfähigkeit, ihm nah zu sein, treiben mich manchmal in die Verzweiflung. Dieser Kampf aus Nähe und Distanz ist anstrengend und erschöpfend.
Foto: Lübeck, Graffiti auf Gebäude, Februar 2021©Kristine.

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