Wege raus aus dem Dunkel
Bar-Konzert-Abend
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Soll ich hingehen, oder leg‘ ich mich lieber hin?
Was, wenn ich dort einfach nur unglücklich bin?
Was, wenn zu viele Menschen sich eng aneinander drängen,
was, wenn ich nicht raus komme, ohne mich dazwischen zu zwängen?
Was, wenn die Luft steht – schwer von Alkohol und Schweiß,
was, wenn ich plötzlich nicht mehr weiter weiß?
Halt ich den Druck aus, oder ist die Sucht stärker,
halte ich es aus, ohne dass ich mich ärger‘?!
Ist es zu laut, hält mein Kopf das wohl aus?
Und wie komme ich aus einem Gespräch wieder raus?
Was, wenn wer reden will, ich aber nicht.
Was wenn die Person einfach immer weiter spricht?
Was, wenn die Anspannung steigt und steigt,
was, wenn außer Anspannung plötzlich nichts mehr bleibt?
Wie regulieren, wenn ich altes nicht nutzen will
ihn aber nicht gefunden habe – den hilfreichen Skill?!
Die Stimmung mich einfach zu sehr mitreist,
mich zurück in die Vergangenheit schmeißt?!
Chillen, Bar, Musik und trinken –
ich will wieder in dieser Welt versinken.
Will vergessen und mich vor allem nicht erinnern.
Will nicht, dass meine Gedanken mich dran hindern,
alles zu genießen und in mich aufzunehmen,
ohne Panik, Angst und all den Problemen.
Mein Kopf fängt langsam an zu schmerzen,
der Druck wird stärker in meinem Herzen.
Zu viele Menschen drängen sich um mich herum.
Berühren sich, reden laut nur ich, ich werde stumm.
Nebel im Kopf, Geräusche überall,
Worte klingen verzerrt, wie ein langanhaltender Hall.
Sie lachen, scherzen, sehen fröhlich aus,
nur ich, ich will unbedingt endlich nach Haus.
Zwar lache ich auch, wirke nach außen hin glücklich,
doch werd‘ immer gereizter, angespannter innerlich.
Aushalten oder nach Hause gehen?
Bleiben oder einfach dazu stehen,
dass ich es eben nicht gut ertrage,
dass ich anders bin, mal wieder nicht in der Lage,
das zu tun, was man doch im Alltag so macht,
ohne dass meine Erkrankung innerlich lacht
und mich daran hindert, das Konzert zu genießen
ohne Alkohol in Mengen in mich rein zu gießen.
‚Ne Stunde habe ich es jetzt ausgehalten,
ich fühle mich nicht gut, eher gespalten.
Doch werde jetzt meine Bar verlassen
und versuchen, mich selbst dafür nicht zu hassen.

Anmerkung:
Text: März 2022.
Foto: Petershof, Köln, Februar 2022©Kristine.

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