Wege raus aus dem Dunkel
Aufstehen am Morgen
Aufstehen am Morgen

Aufstehen am Morgen

Ich wache auf, fühl‘ mich erschlagen.
Wie soll ich noch ’nen Tag ertragen?
Wie soll ich es schaffen aufzustehen,
zum Klo und in die Küche zu gehen?
Und dann soll ich auch noch was essen,
am Liebsten würd‘ ich es schnell vergessen.
Denn grad erscheint mir alles nicht möglich.
Mein Körper ist schwer, bewegt sich nicht.
Ich zähle bis drei, will mich dann zwingen,
den Körper aus dem Bett zu schwingen.
Seit Stunden zähl‘ ich nun bis drei,
die Zeit läuft weiter, an mir vorbei.
Mein Körper will nicht reagieren.
Ich weiß, ich kann ja nur verlieren.
Denn – seien wir mal ehrlich –
was bringt dieser Tag denn schon für mich?
Es interessiert doch ohnehin keinen,
ob ich hier lieg‘, allein, am Weinen.
Und mir ist das ohnehin scheiß egal,
was bringen schon Kampf, all diese Qual?
Doch irgendwo ganz tief in mir drin.
Ist ’ne Stimme, die nimmt das nicht hin.
Sie schreit mich an und macht mich fertig.
Ich fühl‘ mich schwach, dumm und unsinnig.
Ich zähl‘ noch einmal langsam bis zehn.
Mobilisier‘ meine Kräfte, um aufzusteh’n.
Geschafft! Doch das ist erst der Anfang.
Denn ich weiß, dieser Tag ist noch lang.
Doch irgendwie werd‘ ich ihn rum kriegen
und heut Abend endlich wieder im Bett liegen.

Anmerkung:
Text: Sommer 2020.
Foto: Skandinavien, Traumort, 2021©H.

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