Wege raus aus dem Dunkel
Nebelwege
Nebelwege

Nebelwege

Nebel. Über mir, hinter mir, um mich herum. Überall.
Auch in mir drin. In meinem Kopf.
Es wabert. Denken ist nicht möglich.
Sehen kann ich auch nichts, außer grau.
Ich spüre Einsamkeit und Trauer. Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.
Kraftlosigkeit und Sinnlosigkeit.
Denn: Wohin soll ich gehen, wenn ich doch nichts sehen kann?
Welche Richtung einschlagen, wenn ich nicht weiß, was sinnvoll ist?
Wie oft soll ich noch im Nebel gegen Hindernisse stoßen, hinfallen und von vorne anfangen?
Denn überall im Nebel stehen sie und warten: Die Depression. Die Essstörung. Die Angst.
Warten, dass ich ihren Weg einschlage, dass ich gegen sie pralle, stürze und falle.
Sehen zu, wie ich mich aufzurappeln versuche. Lachen höhnisch. Schadenfroh. Siegessicher.
Verdichten den Nebel, machen die Wege noch unkenntlicher.
Lassen mich weiter blind umher irren auf den Nebelwegen.
Und ich gehe weiter. Kraftlos, doch mutig.
Hoffnungslos doch getrieben von einem inneren Willen.
Denn sie sollen nicht gewinnen.
Dürfen nicht gewinnen.
Deshalb gehe ich weiter.
Tag für Tag. Im Nebel.
Denn der Nebel ist überall.

Anmerkung:
Text: 2019.
Foto: Skandinavien 2020@H.

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