Wege raus aus dem Dunkel
Manchmal möcht‘ ich einfach schreien
Manchmal möcht‘ ich einfach schreien

Manchmal möcht‘ ich einfach schreien

Gedanken im Kopf
oder ist es doch Nebel?
Vielleicht auch Matsch,
wer weiß das schon.

Versuch‘ es zu entziffern,
doch es gelingt mir einfach nicht.
Schwindel, Übelkeit – ich fang an zu zittern.
Klarheit, Gewissheit? Angst versperrt die Sicht.

Unsicherheit macht sich in mir breit,
wie soll ich nur ’nen Gedanken fassen,
wenn alles im Kopf so vor sich hin treibt?
Sich kein Gedanke will einfangen lassen?!

Aufmerksamkeit und Konzentration,
die gab es mal, die sind jetzt fort.
Geblieben sind: Angst, Leere, Frustration.
Alles andere ist an einem fermden Ort.

Und dann die ständige Müdigkeit.
Bin fertig, kaputt und irgendwie fern,
‚Nen Fehler behoben, der nächste steht bereit.
Wo das hinführt? Das steht auf ’nem anderen Stern.

So finde ich das Salz im Kühlschrank wieder,
merk nicht, dass ein Becher unter’m Filter hilfreich wär‘,
suche ständig meine Sachen – nicht nur hin und wieder
und denke, Irrsinn ist nicht mehr weit her.

„Pass mehr auf! Sei aufmerksamer!“
Schreit es in meinem Kopf – ja vielen Dank.
Das wäre ich nämlich wirklich gerne,
doch ich finde nicht den Anfang.

Um mit der Müdigkeit klar zu kommen,
trink ich Kaffee und hoff‘ es wird besser,
manchmal geh‘ ich schlafen, ganz benommen,
doch danach geht’s mir meist noch schlechter.

Die Unruhe steigt in mir stetig an,
ich kämpfe und kämpfe, Tag ein Tag aus,
fast unerträglich wird der Verletzungsdrang,
doch leider holt mich keiner raus.

Raus aus der Versuchung, mich einfach zu spüren,
Entspannung und endlich Leere im Kopf.
Durch Verletzung endlich die Ruhe zu fühlen,
kurz aufatmen, wohl fühlen, raus aus dem Loch.

Gegen Abend kommt dann ab und zu
– abhängig von der Gesamtverfassung –
der Drang nach Alkohol hinzu:
„Nur einen kleinen Einschlaftrunk.“

Doch ich weiß, ich habe die Wahl,
und zwar jeden Tag auf’s Neue.
Und spür‘ ich wieder diese Qual,
weiß ich, warum ich Kampf nicht scheue.

Doch manchmal möcht‘ ich einfach schreien,
den Frust raus lassen, einfach weg,
doch kommt kein Ton, der mich würd‘ befreien,
stattdessen Stille, Qual und Druck.

Mich ablenken, auch mal nachspüren,
feststellen, was mein Bedürfnis mir sagt,
Skills anwenden und nicht nachgeben,
Hoffen, dass das Ziel langsam naht.

Das Ziel ist leider keine Heilung,
aber ein Leben ohne die Qual,
ein Leben mit Spaß, Freude und Bedeutung,
ohne den Drang und die tägliche Wahl.

Anmerkung:
Text: Februar 2021.
Foto: Skandinavien, 2020©Kristine.

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